Warum ich dieses Vorbuch verschenke

Sep 18, 2026 • 5 min read

Neue Werkzeuge wecken zuerst Erwartungen. Dann zeigen sie, was sie wirklich können. Und irgendwann merken wir, was wir unterwegs abgegeben haben. Genau darum verschenke ich mein Vorbuch «Die vier Reiter».

Es geht nicht darum, künstliche Intelligenz zu verteufeln. Es geht darum, mit ihr zu arbeiten, ohne das eigene Urteil, die eigene Sprache und den Kontakt zur Kundschaft aus der Hand zu geben.

Titelkarte mit dem Text Warum Beat Ambord Ihnen dieses Vorbuch schenkt
Das Vorbuch ist kein Verkaufsprospekt, sondern ein Werkzeug für den eigenen Blick auf neue Technik.

Die Impulse aus diesem Kapitel

  • Neue Technik folgt oft der Reihenfolge Jubel, Ernüchterung und Arbeit.
  • KI schafft Nutzen, kann aber Handschrift, Gespür und Urteil schleichend verdrängen.
  • Die vier Reiter helfen, bei neuen Werkzeugen auf Machtverschiebung, Verteilung und Verlust zu achten.
  • Behalten Sie jede Woche eine Aufgabe bewusst selbst in der Hand.

Inhaltsverzeichnis

Neue Technik folgt oft demselben Muster

Seit 20 Jahren arbeite ich mit der F1RST GmbH in einem Geschäft, in dem die Werkzeuge alle drei oder vier Jahre wechseln. Zuerst war es die Website. Dann Google, soziale Netzwerke, das Smartphone und der Film in der Hosentasche. Heute ist KI das Thema, das in fast jedem Kundengespräch auftaucht.

Ich habe seit dem Jahr 2000 vieles vermarktet, was gerade neu war. Für Versicherungen, Banken, Gemeinden und Unternehmen jeder Grösse. Dabei habe ich immer wieder dieselbe Reihenfolge erlebt: zuerst Jubel, dann Ernüchterung, dann Arbeit.

Jede neue Technik kommt mit einem Versprechen. Meistens ist dieses Versprechen grösser als das, was am ersten Tag tatsächlich funktioniert. Wer das Muster kennt, bleibt ruhiger, wenn in der Sitzung alle von der nächsten grossen Lösung reden. Und er arbeitet weiter an dem, was für Kundinnen und Kunden wirklich zählt.

Das Vorbuch gibt es gratis auf die4reiter.com. Ich stelle es frei zur Verfügung, weil eine gute Frage oft wertvoller ist als die nächste fertige Antwort.

Grafik mit den Begriffen Jubel, Ernüchterung und Arbeit über einer Büroszene
Auf den Jubel folgt die Ernüchterung, erst danach beginnt die eigentliche Arbeit mit einem neuen Werkzeug.

KI im KMU bringt Gewinn und Verlust zugleich

In den letzten 48 Monaten hat sich das Tempo deutlich verändert. Der Bäcker möchte Texte, die sich selbst schreiben. Die Treuhänderin denkt über einen Chatbot nach, der ihre Kundschaft empfängt. Ein Verkaufsleiter fragt sich leise, ob seine Leute in zwei Jahren noch nötig sind.

Solche Fragen sind verständlich. Manche Betriebe haben mit KI gute Ergebnisse erzielt. Andere haben gelernt: Die Maschine ist ein Werkzeug, kein Wunder.

Entscheidend ist, was neben dem Gewinn verloren geht. Ein Text kann schneller entstehen und trotzdem die eigene Handschrift verlieren. Ein Chatbot kann Anfragen vorsortieren und trotzdem das Gespür für den Kunden am Telefon verdrängen. Und wer jede Offerte von einer Maschine formulieren lässt, kann nach einer Weile Mühe haben, das Angebot selbst noch sicher zu beurteilen.

Das sind keine technischen Details. Das sind Fragen der Verantwortung. Im Betrieb zeigt sich das nicht in einer grossen Theorie, sondern am Montagmorgen: Wer liest den Text noch kritisch? Wer merkt im Kundengespräch, dass etwas nicht stimmt? Wer kann eine Entscheidung begründen?

Damian neben einer Grafik zur KI Transformation mit den Begriffen Text, Idee, Antworten, Handschrift, Gespür und Urteil
KI kann Texte, Ideen und Antworten liefern. Handschrift, Gespür und Urteil müssen im Betrieb bewusst erhalten bleiben.

Die alte Frage hinter der neuen Maschine

Ich bin kein Techniker. Ich bin seit mehr als 35 Jahren Vermarkter, mit Stationen bei Digital Equipment und Hewlett Packard. Die Frage, ob eine Maschine denken kann, beschäftigt mich aber länger, als es Chatbots gibt.

In den 80er Jahren fiel mir «Gödel, Escher, Bach» von Douglas Hofstadter in die Hände. Ein dickes Buch, von dem ich damals nach eigener Einschätzung die Hälfte nicht verstanden habe. Eine Frage blieb jedoch hängen: Wie kann aus Regeln, die selbst nichts verstehen, etwas entstehen, das wie Verstehen aussieht?

Diese Frage ist heute nicht mehr nur Stoff für ein Buch. Sie sitzt in jeder Hosentasche. Sie beantwortet E-Mails, formuliert Texte und spricht mit Kindern. Damian, mein KI-Avatar, erklärt diese Gedanken mit meiner Stimme. Die Verantwortung für den Inhalt bleibt bei mir.

Gerade deshalb braucht es mehr als Begeisterung über eine überzeugende Antwort. Eine Maschine kann etwas formulieren, ohne zu verstehen, was es für die Beziehung zu einem Kunden, für eine Zusage oder für einen Betrieb bedeutet.

Damian mit eingeblendeter Buchseite und der Frage Wie kann aus Regeln etwas entstehen das wie Verstehen aussieht
Die Frage aus «Gödel, Escher, Bach» begleitet mich bis zu den heutigen Gesprächen über künstliche Intelligenz.

Die vier Reiter zeigen die Reihenfolge

Bevor ich im Hauptbuch zeige, wie Vermarktung mit KI gelingen kann, ohne sich selbst abzuschaffen, gebe ich mit «Die vier Reiter» ein Bild mit. Ich habe lange gezögert, es zu verwenden. Es klingt nach Weltuntergang, und ich bin kein Prophet.

Aber kein anderes Bild beschreibt so genau, was ich in den letzten Jahren beobachtet habe. Nicht die Technik selbst ist der Punkt. Entscheidend ist die Reihenfolge, in der sie wirkt.

Zuerst kommt etwas, das leuchtet. Eine Anwendung, eine Funktion, eine Idee, die sofort begeistert. Danach verschiebt sich Macht. Wer das Werkzeug beherrscht, wer Zugang zu Daten hat oder wer die Regeln festlegt, gewinnt Einfluss. Dann wird neu verteilt. Aufgaben, Aufmerksamkeit und Chancen landen anders als vorher. Und am Schluss verschwindet etwas ganz leise.

Vielleicht die eigene Sprache. Vielleicht die Fähigkeit, eine Offerte ohne Hilfe einzuordnen. Vielleicht das Vertrauen darauf, im Kundengespräch selbst die richtige Frage zu stellen. Die vier Reiter sind deshalb keine Warnung. Sie sind ein Werkzeug, um genauer hinzusehen.

Grafik mit den vier Schritten leuchten, verschieben, verteilen und verschwinden sowie dem Wort Werkzeug
Die vier Reiter machen sichtbar, wie neue Technik zuerst leuchtet und später Macht, Verteilung und Fähigkeiten verändert.

Drei Impulse für den Umgang mit dem Vorbuch

Der erste Impuls ist einfach und anspruchsvoll zugleich: Schauen Sie bei jeder neuen Anwendung, jedem Angebot und jeder Begeisterung eine Sekunde länger hin. Diese eine Sekunde kann in der Vermarktung den Unterschied machen zwischen einem guten Entscheid und einem teuren.

Der zweite Impuls lautet: Fragen Sie nicht nur, was Sie gewinnen. Fragen Sie auch, was Sie abgeben. Wenn ein Werkzeug im Betrieb Zeit spart, ist das gut. Doch wer übernimmt dafür das Urteil? Wer bleibt zuständig für die Qualität? Und was geschieht, wenn die Kundschaft merkt, dass kein Mensch mehr wirklich zugehört hat?

Der dritte Impuls gehört in den Kalender. Behalten Sie jede Woche bewusst eine Aufgabe bei sich, die Sie problemlos abgeben könnten. Schreiben Sie einen Text. Führen Sie ein Telefonat. Prüfen Sie eine Offerte selbst. Das ist keine nostalgische Übung. Das ist Ihre Handschrift.

Das hybride Buch bleibt frei zugänglich

«Die vier Reiter. Von Patmos bis zur künstlichen Intelligenz» ist das Vorbuch zu «Wer selbst denkt, wird nicht von der KI gelenkt!». Es ist ein hybrides Buch: Sie können lesen, hören, sehen und erleben.

Auf die4reiter.com finden Sie das E-Book, das Hörbuch, die Filme und die AR-Ebene gratis und ohne Anmeldung. Wer lieber zuhört, findet dort das Hörbuch Kapitel für Kapitel. Genau das empfehle ich, wenn Sie die Gedanken zwischen Arbeitsweg, Kundentermin und Feierabend mitnehmen möchten.

Reiter auf einem weissen Pferd in einer Marktgasse mit den eingeblendeten Links die4reiter.com, f1rst.ch und ambord.info
Der Reiter auf dem weissen Pferd führt zum Bild, das im nächsten Kapitel weitergeführt wird.

Die nächste Frage beginnt auf einem Marktplatz

Im nächsten Kapitel spreche ich eine Einladung aus. Sie beginnt auf einem Marktplatz, mit einem Reiter auf einem weissen Pferd und einem Kranz. Niemand fragt, wer ihm diesen Kranz gegeben hat. Genau diese Frage wird uns beschäftigen: «Wer hat dir den Kranz gegeben?»

Wer ein Werkzeug nutzt, sollte nicht nur fragen, was es kann. Er sollte auch wissen, wer ihm die Macht dazu gegeben hat.

Beat Ambord, Unternehmer, Autor und Keynote-Speaker, F1RST GmbH, Brig-Glis. Mehr auf ambord.info und f1rst.ch.

Häufige Fragen

Warum wird das Vorbuch gratis angeboten?

Weil es zuerst einen eigenen Blick auf neue Technik ermöglichen soll. Es ist als Werkzeug gedacht, nicht als Warnung und nicht als Verkaufsprospekt.

Was kann ich tun, damit KI meine eigene Handschrift nicht verdrängt?

Behalten Sie bewusst jede Woche eine Aufgabe selbst: etwa einen Text, ein Telefonat oder die Prüfung einer Offerte. So bleiben Sprache, Gespür und Urteil trainiert.

Wo finde ich «Die vier Reiter» als Hörbuch?

Das Hörbuch ist zusammen mit E-Book, Filmen und AR-Ebene gratis und ohne Anmeldung auf die4reiter.com verfügbar.

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